Die Trennung von Dänemark
Norwegen fällt an Schweden
17.Mai 1814 : Die Verfassung von Eidsvoll
Krieg mit Scnweden
Starkes Nationalgefühl
Das Ende der Union
25. November 1905
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Die
Trennung von Dänemark
Als Norwegen sich 1813/14 von Dänemark trennte,
geschah dies nicht unter dem nationalen Druck Norwegens, sondern
es war eine Folgeerscheinung der Außenpolitik der europäischen
Großmächte. Da Dänemark sich mit Napoleon verbündet hatte, mußte
es sich unter dem Druck der Franzosen an der Kontinentalsperre
beteiligen und wurde dann 1814 von den Verbündeten
gezwungen, Norwegen an Schweden abzutreten (Kieler Vertrag
1814), behielt jedoch die norwegischen Besitzungen
Island, Grönland und die Färöer. Nun hatte Norwegen die Gelegenheit
zu zeigen, daß es politisch existent war: Es war nicht damit
einverstanden, sich stillschweigend an Schweden abtreten zu
lassen. Der Gouverneur von Norwegen, Prinz Christian Friedrich,
Vetter des dänischen Königs, stellte sich an die Spitze des
Widerstands gegen den Vertrag von Kiel. Er ernannte sich zum
Regenten von Norwegen und regte in dieser Eigenschaft die Bildung
einer verfassunggebenden Versammlung an, deren erste Sitzung
am 10. April 1814 stattfand. Aufgabe dieser Versammlung sollte
die Ausarbeitung einer eigenen norwegischen Verfassung sein.
Es war die Verfassung von Eidsvoll, dies geschah am 17.Mai
1814, und wird heute noch als Nationalfeiertag
gefeiert.
Diese Verfassung erklärte Norwegen zum
unabhängigen Königreich mit Erbmonarchie, deren Befugnisse durch das Storting
eingeschränkt wurden. Prinz Christian Friedrich wurde zum König von Norwegen
proklamiert. Da Schweden und die unterzeichneten Mächte des Kieler Vertrags die
Verfassung von Eidsvoll nicht anerkannten und die Anwendung des Vertrags forderten (obwohl
dieser vorsah, dem legitimen Streben des norwegischen Volkes Rechnung zu tragen), wurde
ein Kompromiß geschlossen. Norwegen durfte seine Verfassung behalten, doch der
schwedische König sollte gleichzeitig auch König von Norwegen sein. König Christian
Friedrich dankte sofort ab. Norwegen war jedoch nicht damit einverstanden, daß die
Festungen, die seine Grenzen bewachten, in schwedischer Hand blieben. Es kam zu einem 14
Tage dauernden Krieg, der zugunsten Schwedens ausging; doch am Vorabend des Wiener
Kongresses wollte Carl Johan Bernadotte sich weder seine republikanische Jugend noch eine
neue autokratische Politik vorwerfen lassen. Er gab deshalb in einem anderen Punkt nach:
Die Union mit Schweden unter der Herrschaft eines einzigen Königs sollte nicht auf dem
Kieler Vertrag, sondern auf dem Willen des norwegischen Volkes basieren.
Bald zeigte sich, daß Carl Johan das
Außenministerium, das drei Jahrhunderte lang vom dänischen König und dann von Christian
Friedrich gelenkt wurde, nicht aus der Hand geben wollte; diese Weigerung sollte ein
knappes Jahrhundert später zum Bruch der Union führen.
Die norwegische Geschichte des 19. Jahrhunderts ist
die Geschichte der Entwicklung und Stärkung des Nationalgefühls. Dies war das Werk der
Literaten Wergeland, Ibsen, Bjornson, der Sprachforscher Asbjernsen, Moe, Aasen und der
Politiker, von denen in erster Linie Johan Sverdrup, Vorsitzender der liberalen Partei, zu
nennen ist. Er setzte sich dafür ein, daß die Verbindungen zu Schweden auf ein
Mindestmaß beschränkt wurden und forderte ein allgemeines Wahlrecht. Dieses wurde 1887
eingeführt.
Infolge einer schweren Krise, die durch den Wunsch
der Norweger nach eigenen Auslandsvertretungen ausgelöst worden war, wurde die Union 1905
durch das Storting aufgelöst. Diese Auflösung wurde mit überwältigender Mehrheit durch
einen Volksentscheid bestätigt. Im November 1905 wurde in einer erneuten Volksbefragung
über die Staatsform entschieden: Republik oder Monarchie. Die Verfechter der Monarchie
trugen den Sieg davon, und die Krone wurde dem Prinzen Carl von Dänemark, der eine
Tochter des englischen Königs Eduard VII. geheiratet hatte, angetragen. Er regierte unter
dem Namen Haakon VII. 525 Jahre nach dem Tod des letzten Herrschers eines unabhängigen
Norwegens traf der neue König am 25. November 1905 in Oslo ein. Für das Land ging eine
entscheidende Epoche zu Ende. Bis 1940 erlebte es die Freuden und Leiden einer mit der
industriellen Expansion kämpfenden parlamentarischen Monarchie inmitten einer vom Ersten
Weltkrieg erschütterten Welt.
Da Norwegen seine Sympathien für die Alliierten
nicht verhehlt hatte, wurde ihm im Versailler Vertrag die Inselgruppe Spitzbergen
(norwegisch Svalbard) zuerkannt. Es annektierte mehrere arktische Inseln und einen
Teil des antarktischen Kontinents, das Königin-Maud-Land. Es war dies die Zeit
der großen Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen,
der gleichermaßen Polarforscher, Zoologe, Ozeanograph, Diplomat und respektierter
Vertreter seines Landes im Völkerbund war.
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