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Die Geschichte der Malerei in NorwegenFrüheste Zeugnisse sind Steinzeichnungen aus grauer Vorzeit, die zumeist Tiere und Jagdszenen zeigen. Später, im Mittelalter, war es auch in Norwegen die Kirchenmalerei, die besonders in Bergen bedeutende Werke im Stil der Gotik des 13. Jh. hervorbrachte. Nach der Mitte des 14. Jh., unter der dänischen Herrschaft, wurde eigentlich nur noch die bäuerliche, kunstgewerbliche Malerei ausgeübt, die in gleicher Weise zur Ausgestaltung von Kirchen und Bauernhäusern diente. Im 18. Jh. erreichte sie als Rosenmalerei besonders in Telemark und im Hallingdal ihren Höhepunkt. Kirchenmalerei und Porträtmalerei wurden im 17. und 18. Jh. vorwiegend ausländischen Künstlern (Lübecker Kirchenmaler) übertragen. Erst Norwegens 1814 gewonnene Unabhängigkeit von Dänemark ließ allmählich eine eigene norwegische Malerei aufkommen. Der erste große Landschaftsmaler Norwegens, der allerdings meist im Ausland (als Professor an der Dresdner Akademie) lebte, war J. C. Dahl (1788-1857). Der deutsche Einfluß, insbesondere der Düsseldorfer Schule, blieb lange bestimmend, wobei Adolph Tidemand die Darstellung norwegischen Volkslebens und Hans Gude (1825-1903) die der Landschaft vorzog. Nach 1870 waren es vor allem Münchner Einflüsse, die die Werke von Hans Heyerdahl (vor allem Akte) und Eilif Peterssen (historische Bilder) bestimmten. Realismus und Impressionismus fanden in der norwegischen Malerei durch Chr. Krogh, Hanriet Backer und Erik Werenskiold Eingang. Sie hatten alle gewissen Einfluß auf den berühmtesten Maler Norwegens, Edvard Munch (1863-1944). Munch strebte bereits in seinen Frühwerken danach, geistige Elemente in Farbe und Form zum Ausdruck zu bringen, wobei er in der Darstellung von Einsamkeit, Angst, Krankheit, Kampf der Geschlechter an den schwedischen Dichter Strindberg erinnert. Um das Jahr 1890 schuf er die Bilder seiner »blauen Periode«. Später, ab 1900, wendete sich Munch häufig der Monumentalmalerei zu (Ausgestaltung der Universitätsaula in Oslo 1910-1916). Seine Werke findet man in der Nationalgalerie und im Munch-Museum in Oslo sowie in der Rasmus-Meyer-Galerie in Bergen. In den dreißiger Jahren des 20. Jh. schuf Norwegen eine monumentale soziale Kunst, deren Helden Arbeiter, Fischer, Bauern und Persönlichkeiten aus dem Geistesleben waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen Norwegens Künstler, den Einzelmenschen gegenüber dem Kollektiv zur Geltung zu bringen. Es entfaltete sich auch eine nicht-gegenständliche Schule, als deren Vertreter etwa der 1921 geborene Gunnar S. Gundersen (einer der Stifter der Künstlergruppe »Tärningen«), der 1924 geborene Odd Tandberg (der u. a. im neuen Regierungsgebäude in Oslo mehrere Wandfelder ausgeführt hat), die auch als Graphikerin tätige Inger Sitter (geboren 1929), Carl Nesjar (Jahrgang 1920) und Jacob Weidemann (geboren 1923) zu nennen sind. Inger Sitter und Carl Nesjar hatten als Realisten begonnen; Jacob Weidemann malt gelegentlich auch naturalistisch. Einen abstrakten Expressionismus gestaltet Knut Rumohr (geboren 1916).
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