Frühgeschichte
Eisenzeit
Wickinger
Lindisfarne
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Frühgeschichte
Man weiß nicht, woher die ersten Norweger stammten,
die vor ungefähr 8000 Jahren nach dem Rückzug der Eiszeitgletscher
ins Land kamen. Da es sich jedoch um zwei verschiedene Rassen
der indogermanischen Völkerfamilie gehandelt haben muß, nimmt
man an, daß ein Teil der Einwanderer von der Halbinsel Kola,
der andere entlang der großen Flüsse Zentraleuropas hierhergekommen
ist. Die Besiedlung und die Entwicklung der einzelnen Kulturen
in diesem lebensfeindlichen Land ging sehr langsam vor sich.
Als die Bewohner des Südens die Bronze entdeckten (500 v. Chr.),
Sonnenräder und Schiffe, Ochsen und Pflüge in die Felsen meißelten,
also bereits Ackerbau und Fischfang trieben, lebten die Nomadenvölker
des Nordens noch in der Steinzeit, und auf ihren Felszeichnungen
stellten sie Wölfe, Luchse und Rentiere dar - sie lebten noch
vorwiegend von der Jagd.

Die skandinavische Eisenzeit zwischen 500 vor Christus und der
Zeitenwende liegt noch im Dunkel. Der zweite Abschnitt der Eisenzeit, bis zum Jahre 400
n.Chr., konnte von der Wissenschaft etwas besser erhellt werden. So weiß man einiges
über die Verbindungen zwischen den Völkern des Ostseeraumes. Als das römische Reich
unter dem Ansturm der Germanen zerbrach, setzte in Mittel- und Nordeuropa die
Völkerwanderung ein. Aus der Tiefe der Steppen wälzte sich eine Völkerlawine heran,
deren Ungestüm erst vom Atlantik aufgehalten wurde. Auch die skandinavischen Völker
gerieten in Bewegung.
Die schwedischen Wikinger bevorzugten bei ihren Zügen die Bernsteinroute,
die den langen russischen Flüssen folgte, Rußland, das geheimnisvolle
"Gardarike", durchquerte und über Nowgorod, Kiew und den Dnjepr nach
Konstantinopel führte. Die Westwikinger der skandinavischen Halbinsel, insbesondere des
Vestlandet, das zu jener Zeit übervölkert und sehr arm war, befuhren jedoch die Nordsee.
Sie faßten auf den Färöern Fuß (7. Jh.), fielen in Schottland ein (Ende des 8. Jh.), und
der blutige Überfall auf das Kloster Lindesfarne (793) nahe der Küste von (Holy Island)
Northumberland war der Beginn einer Zeit des Schreckens und der Überfälle - der Beginn
der Wikingerzeit. Bis spät in das 16. Jahrhundert hinein betete man noch in den Kirchen
von Paris: A furore Normannorum libera nos Domine- von den rasenden Normannen erlöse uns,
0 Herr. Die Normannenhorden kamen auf ihren Streifzügen nach Frankreich (wo sie das
Herzogtum Normandie gründeten), England, Irland, Portugal, Spanien, Sizilien, Venedig und
Konstantinopel, wo sie die kaiserliche Leibgarde stellten.
Die Wikinger waren ausgezeichnete Organisatoren und verstanden es
erstaunlich gut, sich in hochzivilisierte Länder wie Deutschland, England, Frankreich
einzugliedern, sie bewiesen aber eine ebenso erstaunliche Kreativität in den Ländern,
die noch der Zivilisation bedurften - auf den Färöern, in Island und Grönland.
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