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Das feudalistische Norwegen
Trondheim wird Erzbistum
Harald Sigurdsson
Olav Kyrre
Birkebeiner
Erbmonarchie
Die Samen
Rechtssystem
Ende der Unabhängigkeit
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Das
feudalistische Norwegen
Die kurze Herrschaft Olavs des Heiligen war ein
Meilenstein in der Geschichte Norwegens: Das Königreich rückte näher an Westeuropa, das
Feudalsystem, das die Macht auf Krone, Klerus und Adel verteilte, wurde eingeführt, und
zu Norwegen gehörten damals die Färöer-, Shetland- und Orkney-Inseln, die Hebriden und
die Isle of Man. 1159 wurde in Trondheim ein Erzbistum errichtet. Um das nach dem Tode
Olavs entstandene Chaos zu beenden, holte man aus Nowgorod den jungen Sohn des Königs,
der unter dem Namen Magnus der Gute von 1035 - 1047
regierte.
Auf Magnus den Guten folgte Harald Sigurdsson (1047-1066),
der unter dem Namen Harald Härdräde, der Strenge, in die Geschichte einging. Durch die
Mutter ein Halbbruder Olavs des Heiligen, hatte er lange Zeit der Garde des byzantinischen
Kaisers Michael Katalektes vorgestanden. Dann heiratete er eine Großfürstin aus
Nowgorod. In Stiklestad kämpfte er an der Seite Olavs. Er regierte sein
kompliziertes Königreich mit starker Hand, gründete Oslo, kämpfte in England an der
Seite des Anführers Tostigs gegen König Harold und fand 1066 auf dem Schlachtfeld von
Stamford Bridge den Tod. Harold wurde im selben Jahr von dem Normannenherzog Wilhelm
geschlagen, er verlor Königreich und Leben.
Dem kriegerischen König Harald Härdräde folgte, nach der kurzen
Herrschaft seines Sohnes Magnus, Olav Kyrre, Olav der Friedfertige, der
seinem Land fast 25 Jahre Frieden schenkte (1069-1093). Er baute die
Kirchen von Bergen und Trondheim, die nach englischem Brauch Christus geweiht wurden,
festigte das Christentum und entwickelte den Handel sowie die Stockfisch-Produktion, die
den Reichtum des norwegischen Westens ausmachte.
Da die Königswürde sowohl vererbt als auch durch Wahl bestimmt
wurde - der Sohn des Königs durfte nur regieren, wenn er die Zustimmung der Lagtinger
genannten Wahlversammlung erhielt - wurde das 12. Jahrhundert von blutigen Kämpfen
zwischen königlichen Abkömmlingen, die nicht von den Lagtinger anerkannt wurden,
bestimmt. Doch dann erscheint auf der Bühne dieses politischen Chaos eine merkwürdige
Gestalt, einer der besten Könige des Mittelalters, von dem man niemals erfahren wird, ob
er nicht nur ein Abenteurer und Usurpator war: Sverre Sigurdsson, der sich mit Hilfe
seiner Birkebeiner (Birkenbeiner) durchsetzte: Diese Männer wurden so
genannt, weil sie ihre Beine mit Birkenrinde schützten. Sverres Enkel Haakon Haakonsson
führte dann endgültig die Erbmonarchie ein.
Im 13. Jahrhundert umfaßte das norwegische Reich
auch die heute und bereits seit langer Zeit zu Schweden zählenden Provinzen Jämtland,
Härjedal und Bohuslän sowie die großen Nordmeerinseln Island und Grönland. Die
Finnmark war Niemandsland, das allen offenstand und in dem die Lappen lebten.
Die Samen leisteten zwar Abgaben an
den König von Norwegen und an den Großfürsten von Nowgorod, blieben aber ansonsten
unbehelligt.
Magnus Lagabeter, der Gesetzgeber,
der von 1263 bis 1280 regierte, stattete Norwegen mit einem Rechtssystem
aus, das seiner Zeit weit voraus war. Seine größte Leistung war die der
Vereinheitlichung der gesamten norwegischen Rechtsprechung. Sein Sohn, der als Haakon V.
(1299-1319) regierte, ging als gerechter und strenger Herrscher in die Geschichtsbücher
ein.
Obwohl diese beiden letzten Könige Norwegen politisch,
wirtschaftlich und kulturell stark gemacht hatten, trat mit dem Tode Haakons V. das Ende
der nationalen Unabhängigkeit ein. Seine Tochter hatte nämlich einen schwedischen
Prinzen geheiratet, der diesen fernen Besitz vernachlässigte. Ihr gemeinsamer
Sohn, Haakon VI., der Norwegen von 1355 bis 1380 regierte, war der letzte König eines
unabhängigen Norwegens. Er heiratete die legendäre, buntschillernde und ein
wenig furchterregende Margarete von Dänemark, die die drei
skandinavischen Länder unter ihrem Zepter vereinigte (1397-1410). Beider Sohn Olav VI.
regierte von 1380 bis 1387 in Oslo. Nach seinem Tod wurde Norwegen eine dänische
Provinz, was es bis 1814 bleiben sollte.
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