Besatzungs- und Nachkriegszeit
Norwegen wird besetzt
Flucht nach Elverum
Regierung Quisling
König kommt aus Exil
strikte Nichteinmischung
NATO, OECD, EFTA
Gegen EU
Erdöl
Nordischer Rat
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Besatzung
und Nachkriegszeit
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, 1939, bekundete
Norwegen seinen Willen zur Neutralität. Bereits
1938 hatte es eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Doch
der finnisch-sowjetische Krieg und die wiederholten Bitten der
Alliierten, die durch die Errichtung einer Militärbasis in Narvik
die schwedischen Eisentransporte nach Deutschland stoppen wollten,
stellten diesen Willen auf eine harte Probe. In der Nacht vom
8. zum 9. April 1940 wurde Norwegen von deutschen
Truppen besetzt. Die Bestürzung der norwegischen Bevölkerung
über dieses Vorgehen machte unmittelbar einem unbändigen Zorn
und dem Willen Platz, sich von der Besatzungsmacht nicht zugrunde
richten zu lassen. Der König und seine Familie, die Regierung
und das Storting flüchteten nach Elverum, wo sie sich im Verlauf
einer dramatischen Begegnung weigerten, die Regierung Quisling
und die deutsche Besatzung anzuerkennen. Diesem Nein von Elverum,
folgten fünf harte Jahre, in denen Deutschland und der Kollaborateurs-Regierung
Quisling erbitterter Widerstand geleistet wurde. Die Universität
wurde wiederholt besetzt. Studenten und Professoren, Beamte,
Offiziere und Widerstandskämpfer wurden zu Tausenden nach Deutschland
deportiert. Mehr als tausend Lehrer wurden in das Lager Kirkenes
geschickt. Als Deutschland am 8. Mai 1945 kapitulierte,
hatte Norwegen 10.262 Staatsbürger verloren. König Haakon und
seine Familie kamen nach fünf Jahren englischen Exils am 7.
Juni 1945 nach Norwegen zurück.
Die ersten Jahre, die dem Krieg folgten, waren sehr
schwierig, denn zugleich mit dem Wiederaufbau sollte Norwegens Wirtschaft ausgebaut, die
sozialen Probleme gemeistert und die Stellung unter den Ländern des Westens gehalten
werden, obwohl man auf außenpolitischer Ebene eine strikte Politik der Nichteinmischung
verfolgte. Diese unparteiische Haltung trug einem der bedeutendsten Staatsmänner
Norwegens, Trygve Lie, 1946 den Posten des UNO-Generalsekretärs ein.
Seit 1949 ist Norwegen Mitglied der NATO und ist sowohl der OECD als auch der EFTA
beigetreten.
Seitdem sieht Norwegen sich vor rechte komplexe
Probleme gestellt, bei denen sein Wille zur Neutralität in Konflikt mit der öffentlichen
Meinung und seinen Wirtschaftsinteressen gerät. Die entscheidendste Frage der letzten
Jahre betraf den Beitritt zur EG. Die Volksabstimmung von 1972 war Gegenstand heißer
Debatten, doch zum allgemeinen Erstaunen hat die Furcht vor europäischen Querelen 54
Prozent der Norweger veranlaßt, gegen den Beitritt in die EG zu stimmen.
Außerdem werfen die Erdölvorkommen, mit deren
industriellem Abbau man seit 1974 begonnen hat und deren Ausmaß nur
erahnt werden kann, schwerwiegende Probleme auf, selbst wenn dabei zahlreiche
wirtschaftliche Vorteile sichtbarwerden. Durch seinen Erdölexport kann Norwegen de facto
heute zu den OPEC-Ländern gezählt werden.
Norwegen ist Mitglied des 1952 gegründeten
Nordischen Rates, dem auch Dänemark, Schweden, Finnland und Island angehören. Er sollte
den ersten Schritt in Richtung einer skandinavischen Einheit darstellen.
Seit 1981 hat das Land abwechselnd sozialdemokratische und konservative
Regierungen mit verschiedenen Koalitionen.

Nach dem Tod von König Häkon VII. (siehe Bild) im Jahre 1957 trat sein Sohn Olav V.
die Nachfolge an. Dessen Sohn ist der Kronprinz Harald .
An der Spitze des norwegischen Staates steht König Harald V., der das Land seit 1991
regiert. Norwegen ist gemäß seiner Verfassung eine konstituelle Erbmonarchie. Die
Exekutive liegt formal beim König, sie wird aber tatsächlich von der Regierung
ausgeübt. Der König erteilt den Auftrag zur Regierungsbildung und bestätigt die
Ministerliste des zukünftigen Ministerpräsidenten. Der Monarch muss alle Gesetze
sanktionieren, was aber ebenfalls nur einen formalen Akt darstellt. Ansonsten kommen dem
König überwiegend repräsentative Aufgaben zu.
Weitere Infomationen zur norwegischen Geschichte erhalten sie bei ODIN
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