Der Weg nach Norden

Nord-Weg - Der Weg nach Norwegen

Der Weg nach Norden
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Spitzbergen


Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, zwischen dem 74. und 81. Grad nördlicher Breite; etwa 1000 km vom Nordpol entfernt. Sie bildet mit der Bäreninsel den norwegischen Verwaltungsbezirk Svalbard; dieser Name bedeutet »Kalte Küste« und stammt von den Wikingern, die nach einer alten Urkunde schon 1194 nach Spitzbergen gekommen sein sollen.

    Die Hauptinseln sind Westspitzbergen (nur diese Insel kann von Touristen besucht werden; Erlaubnis des Gouverneurs erforderlich),   Nordostland, Edgenya, Barentseya, Prins Karls Forland, Kong Karls Land und Hopen. Mit einer Fläche von 61 723 km2 ist die Inselgruppe 1 1/2 mal so groß wie die Schweiz; mit den dazwischen liegenden Wasserflächen etwa zweimal so groß.

Landschaftsbild:

Die Inselgruppe hat im ganzen die gleiche Form wie mehrere Erdteile:

    Im Norden breit, nach Süden spitz zulaufend. Das durch tief eingreifende Fjorde stark gegliederte Gebirgtland flacht nach Osten etwas ab. Höchste Erhebung ist die Newtonspitze mit 1717 m im östlichen Westspitzbergen. Der Südteil besteht aus einer tektonischen Mulde von Granit und anderen harten Gesteinen, die an den Rändern steil gestellt sind. Darin liegen Schichten der Jura- und Kreidezeit und sogar des Alttertiärs mit Kohlenflözen. Der Norden zeigt ein leicht zerteiltes und schräggestelltes mesozoisches Schollenland, im östlichen Teil von einer Rumpffläche überlagert. Vier Fünftel der Fläche Spitzbergens sind mit bis zu 100 Meter dickem Eis und Schnee bedeckt.Eisberg Im Westen herrschen Talgletscher vor, die eine Vorstellung davon vermitteln können, wie die Alpen im Eiszeitalter ausgesehen haben. Auf den niedrigen Tafelrändern des Ostens ist dagegen der norwegische Typ des Plateaugletschers verbreitet. Charakteristisch für die spitzbergischen Gletscher sind rasche Vorstöße in wenigen Jahren - oft weit ins Meer hinaus -, worauf dann wieder fast völliger Stillstand für mehrere Jahrzehnte eintreten kann. Im ganzen geht die Vergletscherung etwas zurück.

Klima, Flora und Fauna:

    Das Klima ist durch das Meer gemäßigt arktisch. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt -6,5°C. Im Februar werden - 17°C, im Juli 4,5°C gemessen; es herrschen also bei weitem nicht so starke Extreme wie in Sibirien. Die Witterung ist nebelreich. Der Himmel ist im Sommer oft bedeckt, die Bergspitzen in Wolken. Touristen brauchen etwas Glück mit dem Wetter. Die Mitternachtssonne ist vom 21. April bis zum 24. August zu sehen; vom 27. Oktober bis zum 16. Februar herrscht Polarnacht. Ny AlesundDer Boden ist während des größten Teils des Jahres gefroren und taut nur an den Küsten im Sommer oberflächlich auf. An warmen Stellen wachsen dann Gräser, Flechten, Moose, Farne und kleine Blumen mit leuchtenden Blüten; 165 Pflanzenarten, aber keine Bäume, werden gezählt. - Die Tierwelt, heute vor allem reich an Vogelarten, umfaßt Seehund, Robbe, Rentier und Polarfuchs; Moschusochse und Hase wurden angesiedelt. Vereinzelt kommen Eisbären vor.

Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung:

    Die von den Wikingern im 12. Jahrhundert entdeckte, später in Vergessenheit geratene Inselgruppe wurde 1596 von dem Holländer Willem Barents wiederentdeckt. Er nannte sie nach den spitzen Bergen, die besonders an der Westküste in großer Zahl zu sehen sind. Bald lockte der gewaltige Tierreichtum Walfänger und Robbenschläger an. Holländer, Engländer, Franzosen, Dänen und Norweger machten sich zeitweise in blutigen Auseinandersetzungen den Besitz der Inseln streitig. Es entstanden Walfangstationen mit Trankochereien, die im Sommer bewohnt wurden; Reste einer holländischen Walfangsiedlung sind noch in Smeerenburg (Smecre = Tran) auf der im Nordwesten liegenden Insel Amsterdamøya erhalten. Wegen Erschöpfung der Tierbestände hörten Walfang und Robbenschlägerei im 18. Jahrhundert allmählich auf; die Frage der Souveränität verlor an Bedeutung. Es folgte eine Zeit, in der die Inseln einzelnen Jägern, Fallenstellern, Forschern und Abenteurern gehörten. Sie wohnten und überwinterten sogar häufig an der Küste in winzigen Hütten, die sie sich selbst aus sibirischem Treibholz bauten.Magdalenenbucht

Der Tierreichtum auf dem Land, mit Ausnahme einer reichen Vogelwelt, ist heute zusammengeschmolzen, die Strapazen eines Jägerlebens lohnen kaum noch. So stehen die meisten Hütten leer (sie bleiben jedoch für mögliche Notlälle unverschlossen). Jagd ist fast ausschließlich verboten.

    Heute ist der Kohlebergbau fast die einzige Erwerbsquelle. Etwa einen Meter mächtige Kohlenfiöze treten an verschiedenen Stellen zutage und deuten auf ein warmes Klima im Tertiär hin. Da sie ungestört liegen, können die Lorenzüge ohne Schächte waagrecht in die Berge hineinrollen. Das Abstützen der Stollen ist einfach, da der Untergrund bis in eine Tiefe von 400 Metern dauernd gefroren ist, und der zugefrorene Fels schützt auch vor Wassereinbrüchen. Die Spitzbergenkohle ist zwar locker und zerbrechlich, besitzt aber einen hohen Heizwert. Norwegische und andere Gesellschaften haben drei Tiefbohrungen durchgeführt, die aber weder Erdöl noch Erdgas ergaben. Dafür entdeckte man Uranlagerstätten. Durch die Entdeckung der Kohlevorkommen wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Besitzfrage wieder wichtig. Am 9. Februar 1920 wurde die Inselgruppe durch die Svalbard Declaration in Sèvres von den Westmächten Norwegen zugesprochen; Rußland trat dem Vertrag erst 1935 bei. Norwegen hat seit 1925 die Verwaltung, doch die 39 Signatarstaaten haben nach vorheriger Rücksprache mit Norwegen wirtschaftlichen Zugang, insbesondere zu den Kohlelagern. Von diesem Privileg macht seither nur die Sowjetunion Gebrauch. Militärisch ist Spitzbergen neutralisiert. Obwohl Norwegen der NATO angehört und die Russen dort Bergwerkssiedlungen besitzen (fast zwei Drittel der Bewohner sind Russen), ist das Verhältnis der beiden Staaten auf den Inseln gut. Durch seine Lage in der Mitte zwischen Europa, Asien und Nordamerika, ist Spitzbergen von weltstrategischer Bedeutung. Im Zweiten Weltkrieg war es zeitweilig von den Deutschen besetzt, spätere russische Bemühungen scheiterten. Im Hinblick auf den russischen Zugang zum Nordatlantik spielt Spitzbergen auch bei den gegenwärtigen Bemühungen eine Rolle, den Festlandsockel zwischen Norwegen und der Sowjetunion aufzuteilen.

1981 lebten 3900 Personen auf den Inseln; 1400 davon wohnten in norwegischen, 2500 in russischen Siedlungen.

Besondere Hinweise:

Halten Sie sich von Eisbären fern. Die Tiere sind lebensgefährlich, sie greifen ohne Vorwarnung an! Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nur bei akuter Gefahr getötet werden.Er ist unberechenbar

Nicht brennbare Abfälle dürfen nicht zurückgelassen werden, auch nicht vergraben werden. Brennbare Abfälle müssen verbrannt werden.

Jagd und Fischfang unterliegen besonderen Vorschriften.

Auf Vögel ist besondere Rücksicht zu nehmen, insbesondere während der Brutzeit. Die Tiere sollen nicht verscheucht oder verschreckt werden. Jungvögel, deren Eltern vom Nest verscheucht wurden, werden leicht Opfer von Polarmöven. Jegliche Pflanzen stehen unter Naturschutz, das Pflücken ist streng verboten.

 

Ausrüstung: Wegen unvorhersehbarer Wetterumschläge und fehlender Wege ist grundsätzlich eine volle Ausrüstung incl. Notproviant, Zelt bzw. Outdoor-Schlafsack, Karte, Kompaß, Leuchtraketen etc. dringend zu empfehlen. Eine eventuelle Rettungsaktion kann längere Zeit dauern!

 

Gehen Sie nie allein!